BCAA sinnvoll oder überbewertet? Studien-Analyse

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BCAA sinnvoll zum Muskelaufbau oder sind sie komplett überbewertet? BCAA’s – oder auch Branched-chain amino acids genannt-  sind ohne Zweifel eines der bekanntesten und auch beliebtesten Supplemente im gesamten Kraftsport, vor allem aber im Bodybuilding. Doch halten BCAA’s, was sie versprechen oder sind sie nur teure Placebos? All das erfährst Du nun jetzt hier.

Sind BCAA sinnvoll oder aber komplett überbewertet?

Würdest du mir glauben, wenn ich dir sage, dass BCAA’s im Grunde ein vollkommen überteuertes Supplement sind, deren Wirkung sich bestenfalls als Minimal zusammenfassen ließe?

Würdest du mir glauben, wenn ich dir sage, dass wenn du BCAA’s zum falschen Zeitpunkt einnimmst, dass es dem Muskelaufbau massiv im Wege steht und du schlechtere Resultate mit deinem Training erzielen wirst, als du es eigentlich könntest?

Nun …

Ich würde sagen, anstatt zu glauben oder zu mutmaßen, bringen wir viel eher Wissen und Aufklärung um dieses bekannte Supplement und schauen uns an, was die Forschung denn zu den lieben BCAA’s zu sagen hat.

Bauen BCAA’s besser Muskeln auf? Helfen sie uns bei der Regeneration? Schützen sie die Muskeln während einer Diät?

Tatsächlich werden die lieben BCAA nicht im Ansatz ihrem Ruf gerecht und sind nicht annähernd so effektiv, wie es uns immer suggeriert wird …

Warum das so ist und wie die ungefilterte Wahrheit über BCAA’s ausschaut, das erfährst Du jetzt hier.

ARTIKELINHALT:

  1. Was sind BCAA’s und für was ist BCAA gut?
  2. BCAA Muskelaufbau, Muskelschutz und die Muskelproteinsynthese
  3. Forschung und Studienlage zu BCAA
  4. Wenn BCAA zum Muskelabbau (!) führen
  5. Mein persönliches Problem mit BCAA’s
  6. BCAA sinnvoll? Vom Sinn und Unsinn der BCAA und des Muskelaufbaus
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Was sind BCAA’s und für was ist BCAA gut?

Der Begriff BCAA’s ist die herkömmliche Abkürzung für den Begriff der Branched-chain amino acids, womit folgende drei Aminosäuren gemeint sind:

  • Leucin
  • Isoleucine
  • Valin

Diese drei Aminosäuren sind Bestandteil der 9 sogenannten essentiellen Aminosäuren. Man nennt sie deshalb essentielle Aminosäuren, weil ohne sie buchstäblich kein Muskelaufbau stattfinden kann und wir sie deshalb von außerhalb zuführen müssen. [1]

Durch unsere Ernährung und durch eventuelle Supplemente. 

Die Forschung zeigt hier, dass die Aminosäuren Leucin, Isoleucine und Valine besonders gut sind (sprich die BCAA-Aminosäuren), um eine anabole Muskelproteinsynthese auszulösen. [2]

Allen voran steht hier klar Leucin, da Leucin den größten Effekt auf die Muskelproteinsynthese hat und direkt das für den Muskelaufbau verantwortliche mTOR-Enzym aktiviert. [3]

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Dies ist auch die Marketing-Grundlage der BCAA’s als isoliertes Supplement und so nehmen viele Sportler BCAA’s um das Training herum in der Hoffnung, ein besseres anaboleres Umfeld zum Muskelaufbau zu schaffen, eine schnellere Regeneration zu haben oder einen bessseren Muskelschutz während einer Diät zu ermöglichen.

Und tatsächlich – diese Behauptungen werden durch einige Studien gestützt.

So ergaben zum Beispiel einige Forschungen, dass:

  • Die Supplementierung von BCAA’s zu einem erhöhten Muskelaufbau führt [4]
  • BCAA zu einer schnelleren Regeneration führen [5]
  • Sie das Immunsystem aktiv stärken [6]

(Mehr zu der Studienlange später im Artikel.)

Die Aminosäuren der BCAA’s kommen dabei in vielen verschiedenen Quellen vor und man findet sie in hohen Mengen in Lebensmitteln wie Quark, Fleisch, Fisch, Eier oder anderen Proteinquellen.

Noch stärker sind sie vorhanden in isolierten Proteinquellen wie Whey Protein oder pflanzlichen Proteinen – und sie sind selbstverständlich hochkonzentriert und isoliert in einem klassischem BCAA-Produkt zu finden.

Häufig wird die Supplementierung der BCAA’s in und um das Krafttraining herum empfohlen, um so die katabolen Stoffwechselprozesse zu minimieren und gleichzeitig die anabolen Stoffwechselprozesse zu maximieren.

So weit zur Erklärung, was genau BCAA’s sind …

Schauen wir uns nun als nächstes Punk an, wie diese für uns so wichtige Muskelproteinsynthese überhaupt arbeitet und warum ein tieferes Verständnis notwendig ist, um den Sinn oder Unsinn einer Supplementierung der BCAA nachvollziehen zu können.

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BCAA Muskelaufbau, Muskelschutz und die Muskelproteinsynthese

Anabolismus – Das goldene Wort des Muskelaufbaus.

Leider missdeuten die meisten Menschen des Begriff des Anabolismus, verstehen nicht, wie wir anabole Stoffwechselprozesse (insbesondere zum Muskelaufbau) auslösen, wie die Muskelproteinsynthese arbeitet und welche Rolle dabei Proteine und insbesondere die BCAA’s spielen.

Der erste Begriff, den wir uns merken müssen, ist der des nettoanabolischen Zustandes (net anabolic state).

Der nettoanabolischer Zustand beschreibt dabei, welche Stoffwechselprozesse am Ende des Tages überwogen haben: Katabolismus (Abbau) oder aber Anabolismus (Aufbau).

Während es vollkommen normal und natürlich ist, dass zu jedem Moment im Körper aufbauende, abbauende und auch umbauende Stoffwechselprozesse stattfinden, ist es für den Muskelaufbau primär entscheidend, welcher dieser Stoffwechselprozesse am Ende des Tages überwiegt.

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Am Ende des Tages entscheidet der nettoanabolischen Zustand (net anabolic state), ob wir Muskeln aufbauen oder nicht.

Hinsichtlich des Muskelaufbau’s sollten wir mehr anabol als katabol gewesen sein.

So weit, so simpel.

Nun ist aber Anabolismus nicht gleich Anabolismus und wir müssen ein wenig tiefer in die Thematik einsteigen, um die durch die Ernährung ausgelösten Mechanismen besser zu verstehen …


Leucine Treshold / Leucin-Schwelle

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Die Leucin-Schwelle beschreibt dabei eine gewisse Mindestmenge an Leucin, welche mit einer gegebenen Mahlzeit überschritten sein muss, um die Höhe und den Wirkungsgrad der Muskelproteinsynthese zu beeinflussen.

So wird nämlich nicht jede Proteinzufuhr zum Muskelaufbau beitragen, wenn einfach diese bestimmte Menge an Leucin pro Proteinzufuhr nicht erreicht ist.

Visuell kann das dann wie folgt ausschauen: [7]

In der Grafik von Phillips et al. aus dem Jahr 2014 kann man schön erkennen, dass (a) nicht alle Proteinquellen den gleichen Anstieg der Muskelproteinsynthese (MPS) zur Folge habe und (b), dass die verschiedenen Quellen auch nicht immer die Leucin-Schwelle überschreiten werden.

Sicherlich ist dies immer eine Frage der Menge und wie viel man von einer bestimmten Mahlzeit zu sich nimmt, dennoch ist diese sehr simple Grafik zu Zwecken der Visualisierung gut geeignet.

  • Grundsätzlich gilt: Je höher der Anstieg der Muskelproteinsynthese durch eine Proteinzufuhr, umso besser ist dies für den Muskelaufbau.

Wenn wir in Zahlen sprechen sollte so eine gegebene Mahlzeit zum Muskelaufbau circa 0.3 – 0.5 g/kg Körpergewicht Protein enthalten, da diese Menge mit hoher Wahrscheinlichkeit ausreichend Leucin und essentielle Aminosäuren beinhaltet und somit positiv zum Muskelaufbau beiträgt. [8][9]

Für den maximalen Muskelaufbau sollte diese Proteinzufuhr zudem auf circa 4 gleichmäßige Mahlzeiten verteilt sein. [10]

Mehr scheint hier keine weiteren positiven Effekte für den Muskelaufbau zu haben, da wir sowohl den Anstieg, aber auch den Abfall der Muskelproteinsynthese benötigen. 

In der Praxis kann das wie folgt aussehen:

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Dieses Hintergrundwissen ist absolut notwendig, um eine mögliche Supplementierung von BCAA’s besser nachvollziehen zu können.

Aus all dem können wir dreierlei schließen:

  • Je mehr Leucin und je mehr essentielle Aminosäuren eine Proteinzufuhr hat, desto besser ist dies für die Muskelproteinsynthese und somit auch für den Muskelaufbau. [11][12]
  • Wir müssen ein Mindestmaß an Protein pro Mahlzeit erreichen, damit tatsächlich eine anabole Muskelproteinsynthese ausgelöst wird, die schlussendlich zum Muskelaufbau beiträgt. [13]
  • Wir brauchen sowohl den Anstieg, als auch den Abfall der Muskelproteinsynthese und es nicht möglich, diese durch ein stetiges Zuführen von Proteinen oder Leucin künstlich aufrecht zu halten und so ein anaboleres Umfeld zum Muskelaufbau zu erzeugen. [14]

All das ist die Muskelproteinsynthese im Bezug auf die Ernährung – Ein Prozess, den man durchaus verstanden haben sollte.

Schauen wir uns nun als Nächstes an, wie wir diese Muskelproteinsynthese im idealen Falle auslösen, besonders im Kontext einer möglichen isolierten Zufuhr der BCAA’s.

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Forschung und Studienlage zu BCAA

Zu Beginn des Artikels habe ich einige Studien zitiert, die häufig als Marketing-Grundlage verwendet werden, um eine Supplementierung der BCAA zu rechtfertigen.

So sollen BCAA’s zu einem besseren Muskelaufbau führen, die Regeneration fördern und zum Muskelschutz beitragen.

Doch das ist nicht die ganze Wahrheit und der Teufel versteckt sich bekanntermaßen im Detail.

Denn was haben all diese Studien gemeinsam?

  • Sie sind mit Probanden durchgeführt, die grundsätzlich zu wenig Protein konsumierten.

Das ist ein extrem großes Problem …

Wie zum Beispiel bei dieser Studie aus dem Jahr 1997 von Mourier et al., welche nach einer dreiwöchigen Ergänzung von täglich unglaublichen 52 g BCAA’s am Tag tatsächlich für den Muskelerhalt im Kaloriendefizit einen Vorteil feststellen konnte. [15]

Das Problem …?

Die im Schnitt 70 kg schweren Athleten der Studie aßen am Tag nur um die 80 g Protein – was schlichtweg viel zu wenig ist. Es sollte vermutlich eher das Doppelte sein. (!)

Denn wir wissen ganz genau, wie wichtig eine proteinreiche Ernährung ist – besonders im Kontext des Muskelaufbau’s und des Muskelschutzes, vor allem im Kaloriendefizit. [16][17]

Eine proteinreiche Ernährung ist DER Schlüssel zum Muskelaufbau und Muskelerhalt und wir werden immer bessere Resultate mit unserem Training und unser Ernährung erzielen, wenn wir viel Protein in unser Ernährung haben. [18][19]

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Viel Protein ist King in der Ernährung. Punkt.

Dieses Protein sollte in erster Linie aus vollwertigen Lebensmitteln stammen wie Fisch, Fleisch, Quark, körniger Frischkäse, Eier, Tofu, Erbsen und Linsen etc.

Aus allen Lebensmitteln sind die besten Proteinquellen Fleisch, Whey Protein und Eier. Diese habe nicht nur die maximale biologische Wertigkeit und die höchsten Anzahl an essentiellen Aminosäuren, sondern auch die meiste Menge an Leucin. [20][21][22]

Doch wie steht es um die BCAA’s und der Muskelproteinsynthese?

Hier wird es nun wirklich spannend …

Vom Auslösen der Muskelproteinsynthese

Muskelproteinsynthese

Nun kommen wir endlich zum wirklich spannenden Teil dieses Beitrages und den tatsächlichen Forschungsergebnissen.

Was ist denn nun optimal geeignet, um eine anabole Muskelproteinsynthese auszulösen?

Eine Studie aus dem Jahr 2008 der Forscher Katsanos et al. hat bewiesen, dass Whey Protein einen höheren Anstieg der Muskelproteinsynthese zur Folge hat, als es EAA’s (alle 9 essentiellen Aminosäuren!) haben werden. [23]

Zitat aus der Studie:

“Die Einnahme von Molkeprotein verbessert den Aufbau von Skelettmuskelprotein durch Mechanismen, die über die Wirkungen hinausgehen, die dem Gehalt an essentiellen Aminosäuren zugeschrieben werden.“

Whey Protein hat folglich anabolere Effekte auf den Muskelaufbau, als es EAA’s in isolierter Form haben werden.

Und wie schaut es im Vergleich mit den BCAA’s aus?

Aufschluss gibt hier eine weitere Studie aus dem Jahr 2017 von Jackman et al., welche herausfand, dass BCAA’s nur etwa die Hälfte der Muskelproteinsynthese auslösen wird, als es Whey Protein imstande ist. [24]

Punkt.

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Somit sollte endgültig klar sein, dass BCAA’s anderen vollständigen Proteinquellen immer ganz klar unterlegen und nicht in der Lage sind, die versprochenen Wirkungen einzuhalten, vorausgesetzt man ernährt sich ordentlich und deckt ausreichend seinen Eiweißbedarf.

Das ist auch der Grund, warum ich vor und nach dem Training immer zu Whey Protein und niemals zu BCAA’s rate.

Es ist effektiver, bekommt den Job nachweislich besser erledigt, es schmeckt besser, sättigt mehr und ist deutlich günstiger.

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Wenn BCAA zum Muskelabbau (!) führen

Nun wird häufig noch ein letztes Argument herangezogen, welches die Nutzung eines BCAA-Supplement rechtfertigen soll – das gefastete Training.

Auch hier sollen die BCAA’s zum Muskelschutz beitragen und die katabolen Stoffwechselprozesse weitesgehend minimieren.

Jetzt wird es leider ganz traurig …

Eine große und aktuelle Studie aus dem Jahr 2017 des International Society of Sports Nutrition fand heraus, dass wenn man nüchtern vor dem Training BCAA’s konsumiert, man: [25]

  • Die Muskelproteinsynthese verringert
  • Es den Abbau von Muskelproteinen erhöht
  • Es eine spätere Aufnahme von weiteren Aminosäuren beeinträchtigt und für geringere anabole Signale nach dem Training sorgt

Wow … (!)

Das ist ziemlich das genau Gegenteil dessen, weshalb wir ja eigentlich ins Training gehen und was wir bewirken wollen.

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Erfolg ist das Ergebnis aus Ursache und Wirkung – BCAA’s sind allerdings nicht Teil der Erfolgsgleichung ….

Warum das so ist?

BCAAs sind, wie bereits erklärt, nur 3 von 9 essentiellen Aminosäuren.

Dabei benötigen wir alle 9 essentiellen Aminosäuren zum erfolgreichen Aufbau von neuer Muskulatur. [26]

Mit BCAA’s führen wir aber nur 3/9 der essentiellen Aminosäuren zu, dabei brauchen wir ja für eine anabole Muskelproteinsynthese alle essentiellen Aminosäuren und eigentlich im besten Falle sogar noch mehr (man denke an EAA vs Whey).

Was scheint der Körper dann nun zu tun?

Er bezieht die anderen 6 essentiellen Aminosäuren aus den eigenen Muskelproteinen, um dieses Defizit auszugleichen und das ist verdammt schlecht für uns …

Aus diesem Grund empfehle ich auch niemanden ernsthaft gefastet ins Training zu gehen und wenigsten einen großen Whey-Shake vor dem Sport zu trinken.

Dies erhöht nachweislich die Muskelproteinsynthese in und nach dem Training und führt zu einem geringeren Abbau von Muskelproteinen. [27][28][29]

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Mein persönliches Problem mit BCAA’s …

BCAA’s waren im Jahre 2014 das allerste Supplement, welches ich mir gekauft habe …

Gekauft habe ich es mir aus dem simplen Grund, weil meine großen Bodybuilder-Idole es als DAS Muskelaufbau-Supplement schlechthin beworben haben und sie immer darauf geschwört haben …

Exakt das gleiche Gleiche beobachte ich heute immer noch und noch immer geben viele Menschen Unsummen an Geld für ein bewiesenermaßen verhältnismäßig schlechtes Supplement aus.

Die beschriebenen Ergebnisse sind dabei bei weitem keine Ausnahme, sondern reihen sich in den größeren Literatur-Kontext sauber ein. [30][31][32]

Hier liegt deshalb der Casus knacktus – der springende Punkt:

  1. BCAA’s sind komplett überteuert.



    Für das gleiche Geld bekommt man deutlich bessere und vollwertige Proteinquellen, die nachweisliche anabolere Auswirkungen auf den Muskelaufbau haben werden.


  2. Entziehen sich BCAA’s bei einer vollwertigen und proteinreichen Ernährung jeglicher Wirkung.

    

Das Ziel sollte es immer sein, eine proteinreiche Ernährung mit vielen essentiellen Aminosäuren und hochwertigen Proteinquellen zu haben – und nichts anderes.

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Sicher, bei einer Ernährung, die komplett proteinarm ist und dazu noch mit minderwertigen Proteinquellen gefüllt ist, dann können wir vermutlich bessere anabole Signale mithilfe eines Konsums von BCAA’s auslösen und bewirken …

Aber so wird es doch niemals ersthaft promotet … (!)

Ein Konsum von BCAA’s bei einer proteinreichen Ernährung gleicht dem Gießen des Rasens, während es regnet … es ist überflüssig. 

Zu all dem kommt aber dennoch der immens hohe Preis und gehen wir mal für ein Gedankenexperiment davon aus, dass die BCAA-Vorzeige-Studie von Mourier et al. recht hat und zusätzliche 52 g BCAA am Tag einen realen Nutzen zum Muskelaufbau und dergleichen haben. [33]

52 g täglich entspricht einem BCAA-Konsum von insgesamt 1.560 g im Monat, sprich 1.5 kg. Ein kurzer Blick auf Amazon verrät, dass der Preis je Kg bei circa 50-60€ liegt.

Somit liegt der 1.5 kg-Preis bei um die 75€ ist somit sogar teurer, als es Whey Protein in der selben Menge ist … bei uns bekommst du für 66,97€ immerhin schon 2.25 kg hochwertigstes Whey.

Und das obwohl wir beim Whey ebenfalls einen hohen Anteil an BCAA’s haben, wir haben zusätzlich noch alle anderen essentiellen Aminosäuren und noch vieles mehr.

Nun muss man fairerweise gestehen, dass billiger nicht gleich besser ist (dies ist sogar nur sehr selten der Fall) und dass man bei vielen Produkten (in sämtlichen Bereichen) lieber etwas mehr investieren sollte, um wirklich ein tolles Produkt mit einem realen Nutzen zu erhalten.

Dies bestätigt zumindest meine bisherige Lebenserfahrung und sonst zahlt man oft eher doppelt und dreifach …

Aber aufgrund der mangelnden Wirkung und des trotzdem so hohen Preises, sind in meinen Augen BCAA’s das überbewerteste Supplement von allen und ich rate grundsätzlich jedem davon ab, BCAA’s zu kaufen.

Hier ist das eigene Geld deutlich besser investiert in vollwertige Lebensmittel, wie zum Beispiel Magerquark, Fisch, Fleisch oder Eier oder aber in eine hochwertige Proteinquelle wie ein sehr gutes Whey Protein Isolat.

Es gibt allerdings eine Ausnahme … der Placebo-Effekt.

Wir wissen sehr wohl, dass Glaube bzw. der Placebo-Effekt massive Auswirkungen auf die erbrachten Trainingsleistungen haben wird. Falls du also damit einverstanden bist und BCAA’s deinen Glauben stärken … bitte, fühle dich frei und kaufe dir deine BCAA’s[34]

BCAAs

BCAA sinnvoll? Vom Sinn und Unsinn der BCAA’ und des Muskelaufbaus

Branched-chain amino acids bzw. BCAA’s sind drei sehr potente und anabole Aminosäuren, die dazu beitragen, dass eine gegebene Proteinquelle eine hohe Wertigkeit hat.

Lebensmittel mit einem hohen Anteil an BCAA’s, essentiellen Aminosäuren und besonders Leucin sind sehr gut für uns Kraftsportler geeignet und bilden den Grundbaustein für den erfolgreichen Muskelaufbau bzw. Muskelerhalt im Kaloriendefizit.

Problematisch wird es nur, wenn wir denken, dass wir einen effektiven Benefit davon haben werden, wenn wir beginnen die BCAA’s in isolierter Form zu uns nehmen.

Dies wird nachweislich nicht der Fall sein und kann zum falschen Zeitpunkt sogar zu einem schlechteren Muskelaufbau führen.

Das Ziel der eigenen Ernährung sollte es immer sein, genügend hochwertige Proteine zu sich zu nehmen und sobald dies der Fall ist, entzieht sich eine Supplementierung von BCAA’s jeglicher Wirkung und es hat bewiesenermaßen keinen weiteren positiven Effekt auf die Muskelproteinsynthese und somit auch nicht auf den Muskelaufbau.

Aufgrund der immens hohen suggerierten Wirkungen und dem überteuerten Preis sind BCAA’s in meinen Augen eines der mit Abstand überbewertesten Supplemente von allen und ich persönlich kann deshalb nur davon abraten.

In diesem Sinne …

Iss genügend Protein – und erfahre den für dich optimalen Muskelaufbau!

Wie sind deine Erfahrungen zum hitzigen Thema der BCAA’s?
Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Nachweise
  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22451437
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20528801?dopt=Abstract
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16365087
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16365096
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18577773
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16365100
  7. https://www.researchgate.net/publication/262050753_A_Brief_Review_of_Critical_Processes_
    in_Exercise-Induced_Muscular_Hypertrophy
  8. Mooreetal.,JGerontolABiolSciMedSci.2015Jan;70(1):57-62
  9. Longland et al., Am J Clin Nutr 2016;103:738–46
  10. Churchward-Venne et al., Amino Acids. 2013 Aug;45(2):231-40
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16365087
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24284442
  13. Mooreetal.,JGerontolABiolSciMedSci.2015Jan;70(1):57-62
  14. Churchward-Venne et al., Amino Acids. 2013 Aug;45(2):231-40
  15. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9059905
  16. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27159194
  17. https://www.researchgate.net/publication/257350851_ A_Systematic_Review_of_Dietary_Protein_During_Caloric_Restriction_ in_Resistance_Trained_Lean_ Athletes_A_Case_for _Higher_Intakes
  18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27159194
  19. https://www.researchgate.net/publication/257350851_ A_Systematic_Review_of_Dietary_Protein_During_Caloric_Restriction_ in_Resistance_Trained_Lean_ Athletes_A_Case_for _Higher_Intakes
  20. http://www.ajas.info/Editor/manuscript/upload/14-232.pdf
  21. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22818257
  22. ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/meeting/009/ae906e/ae906e26.pdf
  23. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2612691/
  24. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28638350
  25. https://jissn.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12970-017-0184-9
  26. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24284442
  27. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2575187/#B31
  28. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11440894/
  29. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16686554
  30. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25726428
  31. https://www.researchgate.net/publication/260718666
  32. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9018517
  33. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9059905
  34. https://insights.ovid.com/medicine-science-sports/masis/1972/00/420/anabolic-steroids/15/00005756

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12 Idee über “BCAA sinnvoll oder überbewertet? Studien-Analyse

  1. Oliver K. sagt:

    Hey Sjard,

    Zum Glück habe ich noch nie unnötig Geld für Fitness Supplemente ausgegeben BCAAS etc. sind reiner schrott, dennoch sehe ich des öfteren Leute im Gym die das dennoch zu sich nehmen und davon überzeugt sind, jedem das seine.

    Das die Blogbeiträge exzellent sind muss ich ja nicht in jedem Kommentar äußern oder? 😀

    LG
    Oliver

  2. Andi Herzog sagt:

    Ok so noch nicht gewusst! Bedeutet wenn ich es richtig verstehe! Das wenn ich mich im Job oder train total verausgabe und ich nüchtern mir bcaas gebe zu Schutz. Es die gegenteilige Wirkung verursacht! Da mein Körper die fehlenden Aminosäuren mir aus den Muskeln zieht ! Das ja ein echter Hammer !!! Danke für die info !!!

  3. Ronny sagt:

    Ich habe BCAA immer sehr gerne im Training getrunken. Hatte dadurch das Gefühl fokussierter trainieren zu können.
    Dein Beitrag und die Studien klingen allerdings sehr plausibel, sodass ich nach meiner fast leeren Dose keine BCAA mehr kaufen werde und stattdessen mein Soja Isolat trinken werde. Whey kommt für mich als Veganer nicht in Frage.

    Seit Anfang März habe ich mit Hilfe deines Buches ca. 3,5 Kg zugenommen und vielleicht geht es jetzt nach dem Beitrag und ohne BCAA noch schneller ?

    • Ronny sagt:

      Kleiner Nachtrag meinerseits; habe gerade mal nach Lebensmitteln mit hohen Isoleucin-, Leucin- und Lysinwerten recherchiert. Hülsenfrüchte, Bohnen und Erbsen sind ganz vorne mit dabei! Zum Glück stehen die eh schon lange auf meinem Speisplan!

    • Alex van Ludwig sagt:

      Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich finde BCAA’s
      für M-aubau auch eher „langweilig“ und überflüssig. Vor dem Nachtdienst Sport und vernünftig Essen. Nachts trinke ich Tee, sparsam BCAA’s für Geschmacksabwechslung, um kein Zucker zu konsumieren. Ich bin 47 und Nachts arbeiten … Gute Kombi als Dickmacher.

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